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Weitere
Informationen zu Hackschnitzel
Der
Brennstoffmarkt befindet sich in einem tiefgreifendem Umbruch.
Dies belegt unter anderem die Shell-Studie, die den alternativen
Energiequellen bis 2050 einen Marktanteil von 40 % einräumen.
Zur Zeit liegt der Anteil bei ca. 3%
Neben
Wasser, Wind und Solar, ist Biomasse und speziell Holz eine
nachwachsende Energiequelle mit Zukunft. Jedoch kommt einer
effizienten, zuverlässigen und bedarfsgerechten Bereitstellung
hohe Bedeutung zu. Im Unterschied zu Wasser, Wind und Solar
ist mit dem Brennstoff Holz eine am tatsächlichen
Verbrauch orientierte Produktion von Energie möglich.
1.
Holzquellen
Welches
Holz kann genutzt werden ?
–
Rinde
– Hackschnitzel (sägefrisch oder getrocknet auf
unter 8% Feuchte
– Sägemehl, Hobelspäne, Frässpäne
• Waldhackschnitzel
• unbehandeltes Altholz A1 / A2
• Garten- und Landschaftsschnitt
Die
Nutzung von Rinde zu Energiezwecken erfordert eine hohe Brennraum-temperatur.
Da das Rindenmaterial überwiegend recht nass ist, erreichen
nur größere Heizanlagen in den Großsägewerken diese notwendigen
Verbrennungstemperaturen. Der Rohstoff Rinde hingegen wären
im Sauerland in großen Mengen verfügbar.
Die
in den Sägewerken anfallenden Resthölzer, wie Spreißel, Restrollen
und sonstige stückige Holzreststoffe müssen vor einem Einsatz
in einer Heizanlage noch zerkleinert werden. Da es aber ein
qualitativ inhomogenes Material ist, und damit recht preiswert
ist, kann es sich zu Heizzwecken eignen.
Die
eigentlichen Hackschnitzel fallen bei jedem Sägewerk mit Spanertechnologie
an. Es gibt jedoch große Qualitätsunterschiede. Hauptabnehmer
sind die Zellstoff- bzw. Schleifindustrie und die Spanplattenhersteller.
Die
sogenannte TMP-Qualität ist geeignet zur Zelluloseherstellung
und erzielt einen guten Preis. Diese relativ hohen Preise
lassen diese Resthölzer für energetische Zwecke uninteressant
werden.
Die
Hackschnitzel an die Spanplattenindustrie hingegen sind sowohl
qualitativ als auch preislich zu Heizzwecken gut geeignet.
Sägemehl
ist für den direkten Einsatz in Heizwerken nur dann sinnvoll,
wenn die Heizanlagen speziell auf die Sägemehl bzw. Hobelspänebeschickung
ausgelegt sind. Die Kombination mit groben Hackschnitzeln
ist aufwendig. Jedoch lassen sich die Späne und das Mehl als
Brennstoff weiter veredeln. So können Pellets und Holzbriketts
mit diesem Material gepresst werden.
Waldholz
hätte ein enormes Nutzungspotential. Heute werden nur Bruchteile
des Holzes schlechter Qualität genutzt, die zu Energiezwecken
gebraucht werden könnten. Der Zuwachs unserer Wälder wird
nur zu ¾ genutzt ( im Bundesschnitt Nutzung 4 fm, Zuwachs
6 fm/ha). Auch von den gefällten Bäumen verbleibt 10-20%
der Holzmasse im Wald als Schlagabraum.
Die
bisher aufgearbeiteten Industrieholzmengen gehen an eine Oligopol
geprägte Zellulose- und Spanplattenindustrie. Es könnten wesentlich
größere Mengen aufgearbeitet werden als der Markt bereit ist
aufzunehmen.
Das
Problem in Hinblick auf eine energetische Nutzung der Waldhackschnitzel
ist die hohe Feuchte und der Preis.
Die
Hölzer, die in der Landschaftspflege anfallen, sind sehr preiswert,
werden aber zeitlich nicht gleichmäßig zur Verfügung gestellt.
Die Bereitstellungszeiten sind der Herbst und das beginnende
Frühjahr; zudem liegt die Feuchte, da grünes Holz gehackt
wird bei 50 %.
Die
Grafik offenbart die Veränderungen im Einkaufsverhalten der
Holzwerkstoffindustrie in den letzten 30 Jahren.
Der
Rohstoffmix der Holzwerkstoffindustrie zeigt die Tendenzen
am Markt auf. Der Anteil von Waldholz geht, da es preislich
der teuerste Rohstoff der Holzwerkstoffindustrie ist, zurück,
während durch die Verpflichtung der stofflichen Verwertung
die Abfallwirtschaft zunehmende Mengen von Alt- bzw. Gebrauchtholz
in der Holzwerkstoffindustrie unterbringen kann.
Diese
Tendenz kann man durchaus auf die Beschaffung von Holz zur
Energieerzeugung übertragen.
Qualitäts-
und damit Preiskriterien der Hackschnitzel sind in erster
Linie die Feuchte, sowie die Rinden- und Späneanteile. In
Sägerkreisen nennt man die Hackware mit Rindenanteilen schwarz,
diese ist billiger, die ohne Rinde weiß. Für Energiezwecke
wird also überwiegend schwarze Ware eingesetzt.
Sägewerkshackschnitzel
stehen in großer Menge zur Verfügung und sind im Verhältnis
zum Rundholzpreis aber unterbezahlt. Hintergrund ist die Preisverbindung
zum stark schwankenden weltweiten Zellulosepreis.
2.
Bereitstellung des Energieholzes Kundenzuschnitt
Welche
dieser vielfältigen Holz-Heizmaterialien sollten nun zum Einsatz
kommen ?
Hier
kann man keine generelle Aussage machen. Die Auswahl wird
bestimmt durch :
-
die Größe der Anlage
-
die Lagerungsmöglichkeiten -
die Inanspruchnahme von Förderprogrammen -
Auflagen bei der Betriebsgenehmigung Im
Winter zu Zeiten mit hohem Wärmebedarf kann über den Energiegehalt
des Holzes eine Leistungssteigerung erreicht werden. Gerade
kleinere Anlagen sind auf relativ trockenes Material angewiesen,
um die für eine vollständige Verbrennung notwendigen Temperaturen
zu erreichen.
Die
größeren Sägewerke haben das Bestreben, ihr Rundholz möglichst
frisch einzuschneiden, dem entsprechend feucht sind auch.
die
Sägenebenprodukte.
Die
kleineren Bauholzsägewerke, die ihr Holz im Wald entrinden
lassen und dort ein halbes Jahr vortrocknen, gehen in
Ihrer
Zahl immer weiter zurück, auch fällt dort meist nur stückiges
Restmaterial an. Für die energetische Verwendung hingegen
ist ein solches Einschnittsverhalten sehr gut, da dann
auch
die Resthölzer nur eine Feuchte um die 30 % aufweisen. Der
überwiegende Teil des Angebotes ist aber waldfrisch, so daß
es Sinn machen kann, einen Teil des Restholzes künstlich
zu trocknen.
3.
Trocknung
Dabei
ist die Anatomie des Holzes zu beachten. Das Wasser im Holz
ist einmal in den "Leitungsröhrchen" mit denen der Baum das
Wasser aus dem Boden saugt und zum anderen in den Zellen gebunden.
Das sogenannte freie Wasser in den Leitungen zu entfernen
ist relativ einfach, hingegen das Wasser aus den Zellen herauszuholen
ist, da Bindungskräfte überwunden werden müssen, ist um ein
vielfaches schwieriger. Die Feuchte bei der das freie Wasser
entfernt ist, nennt man Fasersättigungspunkt, der bei ca.
20-25 % liegt.
Daraus
folgt, dass es nicht sinnvoll sein kann mit hohem Energieinput
dieses fest gebundene Wasser zu lösen, demzufolge sollte das
Holz nicht unter 20 % getrocknet werden.
Für
die Trocknung von Hackschnitzeln bieten sich 2 Verfahren an
:
-
Eine künstliche Wärmequelle erwärmt Luft und die wird dann
durch das Material geblasen; damit wird dem Holz die Feuchtigkeit
entzogen. Dies kann je nach technischen Ausgangsbedingungen
im Container durchgeführt werden oder in einem speziellen
Bunker.
-
Das Ausnutzen der biologischen Aktivität.
Die
frischen Hackschnitzel werden überdacht gelagert. Je nach
Außentemperatur setzt nach ca. 14 Tagen die mikrobielle Umsetzung
ein. Auch bei Außen-temperaturen von um die 10°C erreicht
die Haufeninnentemperatur 35°C. Nach ca. 2 Monaten ist der
Feuchtegehalt von anfangs 40% auf 20% abgesenkt. Während dieses
Zeitraumes sind 2-8% der Trockensubstanz durch die Pilze abgebaut
worden. Im Haufenmantel hat sich eine Kondensationsschicht
gebildet in der das Pilzwachstum sehr ausgeprägt ist und die
Begleiterscheinung eines starken Sporenfluges hat. Dies kann
gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen haben.
5.
Organisationsstrukturen
Wie
sähe eine optimierte Energieholzkonzeption aus ?
Eine
Zentrale, hier das Holz-Energie-Zentrum, verfügt in einem
Radius von 150 km über vertraglich eingebundene Lieferanten
von Energieholz.
Dieser
Zentrale kommt es nun zu, die einzelnen Mengen der Energieholzbereitsteller
optimal auf die jeweiligen Anforderungen des Heizwerkes zuzuschneiden.
Für
diese kundengerechte Bereitstellung von Heizmaterial ist ein
breites Spektrum von Holz unterschiedlicher Feuchte und Qualität
unabdingbar.
Der "Maßanzug" der jeweiligen Heizstelle garantiert dann z.B.,
dass das Holz im Wochendurchschnitt unter 35% Feuchte hat,
einer Normklasse in Anlehnung an die österreichische ÖNORM
entspricht und ein Waldholzanteil von 20 % gehalten wird.
Es
ist nachvollziehbar, dass diese Lieferflexibitität nur mit
einer Vielzahl von zuverlässigen Lieferanten zu erreichen
ist. Ein einzelnes Sägewerk oder Waldbesitzer könnte diese
Anforderungen nicht erfüllen.
Der
Transport selbst und der Lieferintervall würde individuell
auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt. Die Fahrzeuge sind
entweder Containerlastwagen oder Sattelzüge, für den Kurztransport
können auch landwirtschaftliche Geräte sinnvoll sein.
6.
Produktionsverfahren von Waldholz
Für
die Bereitstellung von Waldholz bieten sich verschiedene Verfahren
an.
1.
Industrieholz am Heizwerk mit einem mobilen oder stationären
Hacker zerkleinern.
2.
Industrieholz am Lager hacken
3.
Das Holz als Industrieholz aufarbeiten und an der Waldstrasse
in Container hacken. Oder bei Nadelholz auch Ganzbäume am
Weg hacken
4.
Mit einem mobilen, geländegängigem Hackgerät direkt im Bestand
Bäume fällen, hacken und in einen mitgeführten Container
blasen (Bruks-System).
Letzteres
System setzt ein teures Spezialgerät voraus und wird sich
erst bei hoher Nachfrage nach Waldhackschnitzeln lohnen. Zu
dem wirkt der Anteil von grüner Biomasse, wie Blättern und
Nadeln energiegehaltmindernd.
Teilweise
werden geländegängige Hacker aus Forstschutzgründen eingesetzt.
So wird von Insekten befallenes Material, um es unschädlich
zu machen, gehackt.
In
Naturschutzgebieten, in denen junge nicht standortgerechte
Baumarten stocken, werden diese gehackt und das Material entfernt.
Dieses, nicht primär als Energieholz gehacktes Material, ist
recht kostengünstig zu bekommen.
Ist
nicht in der heutigen Zeit das mechanische Entschärfen eines
Forstschutz-problems einer chemischen Bekämpfung vorzuziehen
?
Das
planmäßig zur Verfügung gestellte Material ist, wie geschildert,
einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt, deswegen sollte
man sich gut überlegen, wie und woraus die Energieschnitzel
hergestellt werden.
Die
Holzwerkstoff- und Zelluloseindustrie hat ausgeprägte Präferenzen,
welche Baumarten sie geliefert bekommen möchte. So werden
die Baumarten Buche und Fichte relativ gut bewertet, die Baumarten
mit einem hohen Harzanteil oder einer geringen Dichte schlecht
honoriert. Bei einer energetischen Verwertung fallen diese
Nachteile nicht so stark ins Gewicht. Die Marktpreisunterschiede
sind aber erheblich. Die Energiegehalte unterscheiden sich
nur unwesentlich.
Beachtet
werden sollte weiterhin, dass die Leistung des Hackers, stark
von der Stückmasse der Stämme abhängig ist. Es macht keinen
Sinn Holz unterhalb der Derbholzgrenze aufzuarbeiten, da der
"Handeling"-Aufwand zu hoch wird. Jede Leistungsminderung
schlägt sich dann sofort im Bereitstellungspreis nieder.
7.
Zusammenfassung
Nutzbare
Holzbrennstoffe für mittlere und größere Heizanlagen kommen
aus der Sägeindustrie, dem Wald, der Landschaftspflege und
eingeschränkt aus der Abfallwirtschaft. Der bedeutendeste
Holzbrennstoff für diese Anlagen ist der Sägerestholzhackschnitzel.
Das wichtigstes Kriterium für den Einsatz des Brennstoffs,
neben dem Preis, ist die Feuchte, hinzu kommen die Späneanteile
und sonstige Inhaltsstoffe, wie Blätter und Nadeln.
Da
ein Bedarf nach trockenen Hackschnitzeln ,gerade in kleineren
Anlagen, besteht, kann Holz vorgetrocknet werden.
Auch
für die Produktion von Waldhackschnitzeln bieten sich verschiedene
Verfahren an.
Der
Brennstoff muß auf das einzelne Heizwerk zugeschnitten werden,
dies lässt sich über eine Vielzahl von Lieferanten der jeweiligen
Holzbrennstoffe in einem relativ großen Einzugsgebiet realisieren.
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